Einführung

Was ist Laserschneiden?

Das Laserschneiden (engl. Laser cutting) ist ein thermisches Trennverfahren. Mit Hilfe eines Laserstrahls schmilzt oder verdampft das Material, das unmittelbar nach seiner Entstehung mittels eines Gasstroms nach unten weg ausgeblasen wird.

Das Laserschneiden wird in drei verschiedene Verfahren unterteilt: Laserstrahlschmelzschneiden, Laserstrahlbrennschneiden und Laserstrahlsublimierschneiden und kommt vor allem dort zum Einsatz, wo beispielsweise Metall und Stahl in relativ dünnen Materialstärken mit höchster Präzision und größtmöglicher Bearbeitungsgeschwindigkeit geschnitten werden müssen. Neben den unterschiedlichsten Metallen können aber auch zusätzliche unterschiedliche Materialien wie Holz oder Kunststoff mit dieser Technologie und mit hoher Schnittgeschwindigkeit bearbeiten werden.

Vorteile des Laserschneidens

  • Hohe Genauigkeit
  • Schneiden unterschiedlichster Materialien
  • Sehr hohe Geschwindigkeit
  • Kontaktloses Trennverfahren
  • Vielseitig anwendbar
Zusammenfassung

Alles auf einen Blick

Key Facts — Laserschneiden

  • Beim Laserschneiden können Teile verschiedenster Materialien, wie bspw. Metall, Holz oder Gummi mit sehr hoher Präzision zugeschnitten werden.
  • Die Laser-Schneidtechnik kommt bisher vorwiegend im kleineren und mittleren Stärkenbereich zum Einsatz – allerdings ermöglicht die kontinuierliche Weiterentwicklung der Lasertechnologie die Bearbeitung immer höherer Materialstärken.
  • Es gibt verschiedene Arten von Hochleistungslasern – am häufigsten genutzt werden der CO2-Laser (Gaslaser) und der Faserlaser (Festkörperlaser).
  • Entscheidende Vorteile des Faserlasers sind die Einsparung von Kosten für Betrieb und Wartung sowie höchst effektive Laserquellen.
  • Der Laser besteht aus drei grundlegenden Teilen: Energiequelle, Lasermedium, Resonator.
  • Das Laserschneiden findet in unterschiedlichen Branchen Anwendung, beispielsweise in der Automobilindustrie, im Maschinenbau oder in der Feinmechanik.
ANWENDUNGSBEREICH

Welche Anwednungsbereiche hat Laserschneiden?

Der aufgrund der stark fokussierten Laserstrahlung und der hohen Verfahrgeschwindigkeit lediglich auf einen eng begrenzten Bereich beschränkte Wärmeeintrag in den Werkstoff führt dazu, dass während des Laserschneidens die thermische Belastung der Bauteile sehr klein ist und somit keine oder nur eine minimale Verformung stattfindet. Das Ergebnis sind Teile mit einer sehr hohen Präzision.

Das Laserstrahlschneiden findet zum einen im Bereich der Automobilindustrie, in der Feinmechanik, der Halbleiterindustrie oder bei den Herstellern von optischen Instrumenten Verwendung. Aber auch im Metallbau und ganz allgemein im Bereich der Lohnfertigung. Eingesetzt wird diese Technik in allen Industriezweigen genutzt, die sich mit Metallbearbeitung und ganz allgemein mit Trenntechnik befassen. Die Bandbreite der zu bearbeitenden Werkstoffe reicht von Gummi bis hin zu Diamantgestein. Diese Schneidtechnik kommt überwiegend zur Anwendung bei Stahlblechen aller Sorten und Güten, bei rostfreien Edelstahlblechen und bei Nichteisen-Metallen wie Aluminium und Messing verwendet. Weitere für das Laserschneiden geeignete Materialien sind Titan, Plexiglas oder Acrylglas, Holz oder Bronze.

Die Laserschneidtechnik ist prädestiniert für den Einsatz an einer CNC-Schneidanlage. Moderne Laserschneidanlagen vereinen die Vorteile des Lasers mit der Möglichkeit der multifunktionalen Bearbeitung auf einer CNC-Maschine. Heutige CNC-Laser bieten vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten für die Bearbeitung von Blechen, Rohren und Profilen. Somit ist Schneiden, Bohren, Gewindeschneiden, Senken, Markieren oder Fasenschneiden – etwa zur Schweißnahtvorbereitung – an einer Laserstrahlschneidmaschine möglich.

CNC plasma cutting machine sparks while cutting a metal piece held on a rotary fixture.
Bewertung

Vor- und Nachteile des Laserschneidens

Pro Laserschneiden

  • Höchste Präzision und Qualität beim Schneiden von unterschiedlichen Materialien
  • Schneiden von kleinen Löchern, spitzen Winkeln und komplexen Konturen
  • Hohe Bearbeitungsgeschwindigkeit im Dünnblechbereich ermöglicht die Bearbeitung großer Stückzahlen
  • Sehr gute Automatisierbarkeit
  • Äußerst geringer Wärmeeintrag, nahezu kein Verzug der Werkstücke
  • Sehr geringe Schnittfugenbreite

Contra Laserschneiden

  • Nicht alle Materialien sind Laser schneidbar
  • Materialgüten und Oberflächeneigenschaften können Einfluss auf das Schneidergebnis haben
  • Ungeeignet, wenn keine thermische Einwirkung auf das Material erfolgen darf
  • Verhältnismäßig hohe Anschaffungskosten je nach Maschinendesign
Technologievergleich

Vergleich Festkörperlaser und CO2-Laser

Es gibt verschiedene Arten von Hochleistungslasern, die beim Laserstrahlschneiden zum Einsatz kommen. Am häufigsten genutzt werden der CO2-Laser (Gaslaser) und der Faserlaser (Festkörperlaser). Der CO2-Laser war bis vor wenigen Jahren die am Meisten verwendete Laserstrahlquelle innerhalb des Laserschneidens und wurde viele Jahrzehnte erfolgreich eingesetzt. Seit einigen Jahren bekommt der Gaslaser jedoch zunehmend Konkurrenz durch den Faserlaser. Diese spezielle Form des Festkörperlasers überzeugt vor allem durch seine hohe Effizienz im Vergleich zum bewährten Schneidsystem. Auch der Nd:YAG-Laser, der wie der Faserlaser zur Gruppe der Festkörperlaser gehört, gewinnt beim Laserschneiden immer mehr an Bedeutung. Er wird jedoch hauptsächlich für das Mikrobohren und Schweißen eingesetzt.

Im Vergleich zu CO2-Lasern (Kohlenstoffdioxidlaser) weisen Faserlaser deutlich geringere Betriebs- und Wartungskosten auf. Dank modernster und hochentwickelter Technologien stehen sie etablierten Lasern in puncto Präzision bei unterschiedlichen Materialstärken in nichts nach. Der Faserlaser kommt jedoch immer häufiger in der Laserschneidtechnik zum Einsatz und macht dem CO2-Laser Konkurrenz. Im Vergleich zu den nach wie vor dominierenden CO2-Lasern punkten Festkörper-Faserlaser mit einer Reihe von Stärken – allen voran beim Kostenfaktor. Dank moderner und ausgereifter Technologien lassen sich selbst vermeintliche Schwächen eliminieren. Das macht den Faserlaser zu einer mehr als attraktiven Alternative zum bestehenden System.

CO2-Laser

CO2-Laser gehören zur Gruppe der Gaslaser und werden auch als Kohlendioxidlaser oder Kohlenstoffdioxidlaser bezeichnet. Sie basieren auf einem Kohlendioxid-Gasgemisch, das elektrisch angeregt wird. CO2-Laser punkten mit einer sehr guten Schnittqualität und werden hauptsächlich für metallische, aber auch für nicht-metallische Werkstoffe wie Holz, Textilien, Kunststoffe, Folien, Acryl, Glas, Papier und Leder eingesetzt.

Im Gegensatz zu Faserlasern lassen sich mit Kohlendioxidlasern auch dickere Edelstahlbleche bei guter Schnittqualität bearbeiten – selbst bei hohen Vorschubgeschwindigkeiten. Der CO2-Laser ist der etablierte Lasertyp, der seit Jahrzehnten im Einsatz ist und eine hohe Qualität bei unterschiedlichsten Materialstärken ermöglicht. Nachteilig sind die vergleichsweise hohen Betriebs- und Wartungskosten für die Lasergase sowie für Verschleißteile in der Laserquelle. Der Wirkungsgrad liegt bei etwa 10 Prozent.

Faserlaser

Der Faserlaser, der eine spezielle Form des Festkörperlasers darstellt, ist mittlerweile der dominierende Laser auf dem Laserschneidmarkt. Er punktet mit hoher Wirtschaftlichkeit, geringen Betriebskosten und langer Lebensdauer der für den Laserprozess notwendigen Komponenten. Dank einer zehnfach kürzeren Strahlwellenlänge im Gegensatz zum CO2-Laser eignet sich der Faserlaser auch zum Durchtrennen von ansonsten für den CO2-Laser schwer oder gar nicht schneidbare Werkstoffe, insbesondere von Nichteisen-Metallen (NE-Metalle wie z.B. Kupfer und Messing). Die Laserquellen sind dabei höchst effektiv und verbrauchen bei gleicher Leistung deutlich weniger Eingangsstrom. Der sogenannte Steckdosenwirkungsgrad beträgt beim Faserlaser circa 40 Prozent.

Nd:YAG-Laser

Nd:YAG-Laser zählen wie die Faserlaser zu den Festkörperlasern und sind auch unter den Bezeichnungen Kristalllaser oder Vanadat-Laser bekannt. Nd:YAG-Laser ist die Abkürzung für Neodym-dotierter Yttrium-Aluminium-Granat-Laser. Als Wirtskristall wird ein YAG-Kristall eingesetzt. Diese Technologie wird weniger beim Laserstrahlschneiden verwendet, sondern vielmehr bei der Gravur, beim Schweißen und bei Mikrobohrungen. Metalle, Metalle mit Beschichtung und Kunststoffe werden mit diesem Festkörperlaser bearbeitet. Im Gegensatz zum Faserlaser hat diese Technik allerdings einen hohen Verschleiß an Pumpdioden bzw. Pumplampen. Zudem ist die Lebensdauer des Neodym-dotierten YAG-Kristalls im Gegensatz zum Faserlaser geringer.

IM DETAIL

Vor- und Nachteile des Faserlasers

Der entscheidende Vorteil von Faserlasern liegt auf der Hand: Mit diesem Festkörperlaser lassen sich bis zu die Hälfte der Kosten für Betrieb und Wartung der CNC-Laserschneidanlage einsparen. Diese Tatsache ist natürlich maßgeblich für die zunehmende Beliebtheit dieser Technologie. die Nennleistung eines 4 kW Faserlasers (mit einer Kühlvorrichtung) liegt bei etwa 14 kW, verglichen mit 57 kW bei einem 4 kW-CO2-Laser. Auch etliche Wartungskosten eines Kohlenstoffdioxidlasers entfallen: die Kosten, die vom Lebenszyklus der Entladungsröhren abhängen oder von der Turbine im Gaskreislauf der Lasergase oder der Vakuumpumpe. Diese machen einen enormen Teil der vergleichsweise hohen Wartungskosten beim CO2-Laser aus.

Es gibt aber noch weitere physikalische Eigenschaften, , die dem advantageous to the Faserlaser zum Vorteil gereichen: dank einer zehnfach kürzeren Strahlwellenlänge können Faserlaser einen kleineren Strahldurchmesser (d.h. eine höhere Energiedichte) im Fokuspunkt des Schneidkopfs erreichen – damit kann dünnes Material schneller geschnitten werden als mit dem CO2-Laser. Je dicker das Material, desto mehr kann diese Eigenschaft ein Nachteil werden, da aufgrund der sehr dünnen Schnittfuge die Gefahr einer Schnittfungen-Verhüllung mit dem Austragsmaterial (Schlacke) besteht. Entsprechend ausgelegte optische Systeme und Schneidköpfe sind mittlerweile in der Lage diesen Nachteil fast vollständig zu beseitigen.

Es ist notwendig, einen größeren Fokusdurchmesser zum Durchtrennen von stärkeren Materialen zu haben. Im Interesse des industriellen Einsatzes sollte der Laserschneidkopf den Fokus automatisch ändern können (Änderungen der Fokuslage zum Material aber auch Änderungen des Fokusdurchmessers). Und das ohne den Eingriff durch Bedienpersonal, z. B. durch manuelle Schneidlinsenwechsel oder manuelle Fokuslagenveränderungen. Um die vielseitigen Anforderungen des Marktes erfüllen zu können – das heißt, das Schneiden über den gesamten Materialstärkenbereich zu ermöglichen – benutzt ACCURL passgenau auf die Anforderungen der Kunden Laserschneidköpfe von führenden Herstellern wie Highyag, Precitec und Thermacut für maximale Produktivität beim 2D-Laserschneiden und Fasenschneiden von Blechen, Rohren, Profilen oder Trägern. Durch die mögliche vollautomatische Steuerung von Fokusposition und Fokusdurchmesser in Kombination mit schnellen Fokusbewegungen auf dem Werkstoff können abhängig von der Laserquelle Materialien bis 50 mm Stärke und deutlich mehr mit einem einzigen Faserlaser bearbeitet werden. Die Schneidköpfe sind frei von Schneidlinsenwechseln – lediglich die Reinigung und der Austausch des Schutzglases gehört zu den Aufgaben des Betreibers.

Die Qualität der Faserlasertechnologie hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert. Je nach Laserleistung und Material können moderne Faserlaser heute Materialien mit einer Stärke von bis zu 50 mm und weit darüber hinaus schneiden. So ermöglicht beispielsweise ein 20-kW-Laser das präzise Schneiden von Baustahl mit einer Dicke von über 40 mm, Edelstahl bis 40 mm, Aluminium bis 40 mm, Messing bis 25 mm und Kupfer bis 15 mm. Die verfügbaren Laserleistungen wachsen aber konstant weiter.

So funktioniert's

Laser-Schneidverfahren

Dreistufiger Prozess
  • Fokussierung des Laserstrahls mit Hilfe optischer Elemente innerhalb des Schneidkopfs
  • Einstechprozess: Punktförmige Durchdringung des zu schneidenden Materials
  • Start des Schneidprozesses: Absorbierung des Strahls an der Schneidfront, wodurch eine Schmelze erzeugt wird
Close-up of a CNC laser cutting machine working on metal sheets with punched shapes.
Spezifikationen

Schneidbereich

Die Laserschneidtechnik hat in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung durchlaufen. Sie wird nach wie vor hauptsächlich im kleineren und mittleren Stärkenbereich eingesetzt. Der Schneidbereich beim modernen Laserschneiden reicht von 0,5 bis 50 mm und deutlich darüber hinaus, abhängig vom Werkstoff, der Leistung der Strahlquelle sowie optimalen Umgebungsvariablen.

Technologie

Bestandteile des Lasers

Ein Laser besteht aus drei grundlegenden Teilen:
01

Energiequelle

02

Lasermedium

03

Resonator

Die Energiequelle, auch Pumpe oder Pumpquelle genannt, hat die Aufgabe, Energie in das System zu „pumpen“. Dadurch wird eine Besetzungsinversion erzeugt. Die Quelle kann elektrisch, aber auch Lichteinstrahlung, Wärme oder sogar ein anderer Laser sein. Um eine Besetzungsinversion zu erreichen, muss dem Lasermedium ausreichend Energie zugeführt werden – das bedeutet, dass die Anzahl der Teilchen im angeregten Zustand höher sein muss als die Anzahl der Teilchen im Grundzustand. Das Licht des Lasers entsteht durch spontane Emission im angeregten Lasermedium und wird durch stimulierte Emission verstärkt. Der Resonator besteht aus zwei gekrümmten Spiegeln, von denen einer teilweise transparent ist. Strahlung, die aus spontaner Emission stammt und die korrekte Wellenlänge, Phase und Richtung aufweist, wird zwischen ihnen hin- und herreflektiert. Ein Teil der Strahlung entweicht als Laserstrahl durch den teildurchlässigen Spiegel und der andere Teil wird zur weiteren Verstärkung zurückreflektiert.

Laser Diagram
Physik

Lasertechnik

Beim Laserschneiden, auch bekannt als Laserstrahlschneiden oder CNC-Laserschneiden, wird der fokussierte Laserstrahl an der Schneidfront absorbiert und erzeugt so eine Schmelze sowie Metalldampf, die unmittelbar nach ihrer Entstehung durch einen Gasstrom nach unten ausgeblasen werden. Es verbleibt ein Schnittspalt, der je nach Vorschubrichtung des Laserstrahls beliebige Konturen annehmen kann.

BeispielBauteile

Laserbearbeitete Bauteile

Component 1Component 2Component 3Component 4
Experteninterview

Welche Möglichkeiten bietet die Laserschneidtechnologie?

Interview mit unseren beiden Laser-experten

Matthias Korn and Patrick Scheuner

Das Aufgabenspektrum im Serviceteam ist vielfältig: Inbetriebnahme & Wartung, Schulung an der Anlage, Telefonischer Support, Messen & Anlagenvorführungen sowie die Problemlösung bei Supportfällen. Für den Bereich Laserschneidanlagen gibt es ein eigenes Team von Experten, die sich speziell auf die Physik des Lasers, den technischen Aufbau und die Parametrierung von Laserschneidanlagen fokussieren. Zwei davon: Matthias Korn und Patrick Scheuner. In diesem Interview beantworten sie unsere Fragen rund um die Faszination und die täglichen Herausforderungen ihres Berufs, zum Thema Laserschneiden im Allgemeinen sowie zu den Möglichkeiten und Prognosen moderner Laserschneidlösungen.

Portrait of a serious middle-aged man wearing glasses and a suit.
Matthias Korn
Research &
Development
Portrait of a man with short dark hair, trimmed beard, wearing a black shirt, neutral expression.
Patrick Scheuner
Service &
Support
Ihr gehört zum Expertenteam für Laserschneidanlagen bei ACCURL Europe. Erste Frage: Wie wird man eigentlich Laserexperte?
Matthias Korn

Eine direkte Berufsausbildung im Bereich Lasermaschinen gibt es meines Wissens nicht. Es gab und gibt natürlich die Physiker, die die Entwicklung des Lasers vorangetrieben haben und es gibt vereinzelt auch mittlerweile Studienrichtungen, die sich mit der Lasertechnologie und dem theoretischen Laseraufbau und dessen Auslegung beschäftigen. Ich habe Maschinenbau studiert und während meines Praxissemesters und der anschließenden Diplomphase erste Erfahrungen im Bereich Laser bei einem großen deutschen Laserhersteller gemacht, bei dem ich im Anschluss auch viele Jahre im Bereich Applikation und Forschung & Entwicklung tätig war. Im Bereich Maschinenbau ist nach wie vor vieles noch learning by doing. Du hast dank des Studiums ein Grundwissen, den Rest musst du dir aneignen.

Patrick Scheuner

Ich habe als Schlosser angefangen und nach meiner Ausbildung den Metallbaumeister gemacht. In meinem damaligen Betrieb habe ich unter anderem eine Laserschneidanlage bedient, später sie dann auch programmiert. Mit dem Vorwissen durfte ich mich dann bei MicroStep in das Thema immer weiter reinfuchsen. Im Austausch mit Kollegen, mit Herstellern, mit vielen eigenen Tests kommt die Erfahrung und das Verständnis für die physikalische Komponente wächst. Jedes Problem, welches man lösen durfte, bringt einen weiter.

Was fasziniert euch denn am Job im Bereich Service & Support?
Matthias Korn

In der Lasertechnik gibt es kein absehbares Ende für die Entwicklung. Seit meinem Studium hat sich der Laser und dessen Anwendung in der Industrie stetig weiterentwickelt. Das macht die Aufgabe extrem abwechslungsreich und einfach dauerhaft interessant.

Patrick Scheuner

Das bedeutet natürlich, dass du immer vor neue Aufgaben gestellt wirst – ob jetzt beim Laserschneiden aber auch in einer anderen Schneidtechnik. Du bist vor Ort oder im eigenen Technologiezentrum und löst Aufgaben, richtest Parameter ein, bist eng am Bediener, damit der Kunde am Ende bestmöglich arbeiten kann. Sei es bei der Inbetriebnahme, bei Schulungen oder auch im Supportfall. Du arbeitest mit Kunden aus verschiedenen Branchen zusammen, siehst unterschiedlichste Anwendungsfälle, modernste CNC-Technik und hast viele kleine und große Erfolgserlebnisse.

Laser cutting a piece of polished metal, emitting sparks in an industrial setting.
Werfen wir einen allgemeineren Blick auf das Laserschneiden. Moderne Laserschneidanlagen werden für unterschiedlichste Materialien verwendet. Welche Parameter beeinflussen die Qualität der geschnittenen Laserteile? Gibt es hierbei Unterschiede je nach Material?
Matthias Korn

Mit einem Laser kann man natürlich ganz unterschiedliche Materialien schneiden – je nach Aufgabe gibt es entsprechende Laserverfahren. Im Prinzip schaut man zuerst, was der Kunde schneiden möchte, und danach wird die Art des Lasers mit der auf die Materialgruppe passenden Wellenlänge ausgewählt. Glas oder Holz kann man zum Beispiel nicht mit allen Lasertypen schneiden. Je nach Materialgruppe und zu schneidenden Materialstärken werden dann die Strahlparameter und die Prozessparameter ausgelegt. Die wichtigsten sind dabei die Schneidgeschwindigkeit, die Fokuslage, die Laserleistung und natürlich auch das Schneidgas und der Schneidgasdruck. Um bestmögliche Ergebnisse zu erreichen, müssen die Paramater auf das jeweilige Material oder die entsprechende Legierung angepasst werden.

Welche Präzision lässt sich mit Laserschneidmaschinen von ACCURL erreichen?
Matthias Korn

Hier muss man sicherlich zwischen den unterschiedlichen Arten an Laserschneidmaschinen unterscheiden. Kleine Präzisionsschneidanlagen können Genauigkeiten im einstelligen µm Bereich erreichen, bei den Laseranlagen, wie man sie heute in der industriellen Produktion einsetzt, ist dieser Wert größer und liegt üblicherweise im Bereich von 0,1mm und kleiner, wobei dies von der zu schneidenden Materialstärke abhängt.

Wie wichtig ist eine entsprechende Schulung des eigenen Personals für die Bedienung einer Laserschneidmaschine?
Matthias Korn

Hinzu kommt, dass es sich bei Laseranlagen um hochkomplexe Anlagen handelt, die nur mit einer entsprechenden Schulung ihr volles Potential entfalten können. Hierzu zählt z.Bsp., dass dem Bediener während der Schulung ein Verständnis für das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten einer Laseranlage vermittelt wird, wie auch die Erklärung der einzelnen Maschinen- und Laserparameter für den Schneidprozess.

Patrick Scheuner

Häufig ist eine Lasermaschine ein der teuersten Anlagen im Betrieb. Natürlich wird die Bedienung einer solchen Anlage immer mehr optimiert und die verwendeten Steuerungen immer intelligenter, der Bediener spielt aber nach wie vor eine entscheidende Rolle bei der Effizienz einer solchen Anlage. Durch die unterschiedlichsten Anwendungsfällen lassen sich die bestmöglichen Ergebnisse nur mit dem richtigen Wissen erzielen. Und was ist teurer, als wenn die Maschine steht oder Schnitte nachbearbeitet werden müssen, weil dem Bediener das nötige Fachwissen fehlt.

Das Thema Sicherheit am Arbeitsplatz nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Welche Sicherheitsaspekte müssen bei der Bedienung einer Laserschneidmaschine beachtet werden?
Matthias Korn

Der Strahlschutz ist bei einer Laseranlage der wichtigste Part. Denn der Laserstrahl ist die gefährlichste Komponente. Dazu kommt die Gefahr, die von beweglichen Teilen wie dem Wechseltisch ausgeht und auch die potentielle Verletzung bei scharfkantigen Teilen. Zumindest die scharfen Kanten sind dem Metallbauer ja auch ohne Laser nicht fremd.

Wie aufwendig ist die Wartung einer Laserschneidmaschine?
Patrick Scheuner

Durch den Einsatz des Faserlasers hat sich die Wartungsdauer erheblich verkürzt. Bei Einsatz eines CO2-Lasers in einer Laserschneidanlage ist die Strahlquelle einfach die wartungsaufwendigste Komponente. Der Faserlaser ist in dieser Hinsicht dagegen komplett wartungsfrei. Das heißt bei Faserlaserschneidanlagen geht es lediglich um die Wartung des Maschinenbaus, der Achsen, etc. Da ist der Wartungsaufwand ähnlich wie bei anderen Schneidanlagentypen wie Plasma auch einfach abhängig von der Größe der Anlage, dem Automationsgrad, den Betriebsstunden. Wir empfehlen eine Wartung alle 2000 Betriebsstunden oder mindestens einmal jährlich.

Mit welcher Lebensdauer kann ein Unternehmen beim Kauf einer Laserschneidmaschine rechnen? Von welchen Faktoren ist dies abhängig?
Matthias Korn

Natürlich spielen hier die Maschinenausstattung, Pflege, Wartung und Betriebsstunden eine große Rolle. Erfahrungsgemäß kann man von 10 bis 15 Jahren ausgehen, wobei man mit den Maschinen bei guter Pflege und lückenloser Wartung auch wesentlich länger produzieren kann.

Experten-Tipp

Eine gute Pflege und lückenlose Wartung verlängern die Lebenszeit einer Laserschneidanlage erheblich. Daher empfehlen wir eine Wartung alle 2000 Betriebsstunden oder mindestens einmal jährlich.

Welche Möglichkeiten gibt es, um das Ein- und Auslagern sowie das Be- und Entladen von Blechen zu automatisieren?
Matthias Korn

Je nach Anforderungen gibt es verschiedene Varianten:

  • Die einfachste Variante ist ein automatischer Wechseltisch, der das Be- und Entladen aus der und in die Laserkabine ermöglicht.
  • Dies lässt sich um ein Materialhandlingsystem erweitern, das für das parallele Be- und Entladen genutzt werden kann und zudem die Zuführung und Abführung des Blechs zum Wechseltisch automatisiert.
  • In Verbindung mit einem Lagersystem lässt sich eine nahezu mannlose Produktion realisieren.
  • Darüber hinaus gibt es noch Lösungen um großformatige Bleche variabel zu bearbeiten und auch Systeme, die das automatisierte Materialhandling von Rohren und Profilen ermöglichen.

Die Anforderungen eines Unternehmens an die Funktionen einer Laserschneidanlage können sich im Laufe der Jahre ändern. Ist in diesem Fall eine Nachrüstung der Maschine möglich?

Patrick Scheuner

Eine Nachrüstung einer Maschine ist sicherlich möglich, aber je nach Anforderung oftmals unrentabel. Wer dickere Materialien schneiden möchte oder die Schneidgeschwindigkeiten deutlich erhöhen möchte, der muss eventuell einiges mehr als nur die Laserquelle austauschen. Das kann bis zu einer Verstärkung des Wechseltisches, neuen Servomotoren, etc. führen. Hier ist es wichtig, den Einzelfall genau zu analysieren.

Abschließend, welche Entwicklungen sind in der Branche bezüglich Laserschneidmaschinen erkennbar? Wonach verlangen Anwender, was treiben die Hersteller voran?
Matthias Korn

Der Trend geht weiterhin dazu mit höheren Laserleistungen höhere Geschwindigkeiten zu erreichen und höhere Blechdicken zu schneiden. Infolgedessen ist auch ein immer höher werdender Automationsgrad gefragt. Denn ich will ja nicht die Zeit beim Teilehandling verlieren, die ich mit einem schnelleren Laser gewonnen habe. Daneben ist die fortschreitende Digitalisierung im Sinne von Industrie 4.0 ein wegweisender Aspekt. Alles bündelt sich in dem Bestreben auf der Suche nach immer effizienteren Fertigungsmethoden.

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